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Workshops

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Inter arma silent litterae?
Universitäten im Dreißigjährigen Krieg

Workshop, 6. und 7. Mai 2010
Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein

In Kooperation mit dem Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt

Abgesehen von den notwendigen Passagen in Gesamtdarstellungen zur Geschichte deutscher Universitäten liegen bis heute noch keine Studien vor, die sich explizit – auch und gerade in komparatistischer Hinsicht – mit dem Phänomen „Universität und Krieg“ beschäftigen. Da derzeit parallel mehrere Arbeiten zu dieser Thematik entstehen, wird es das primäre Ziel des Workshops sein, einschlägig arbeitende Forscherinnen und Forscher zusammenzubringen, um neue Forschungsergebnisse miteinander zu diskutieren, weiterführende Fragen zu formulieren und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

So soll insbesondere die immer wiederkehrende pauschale These vom Niedergang der Universitäten und des akademischen Lebens in Kriegszeiten kritisch hinterfragt werden. Der Dreißigjährige Krieg war nicht überall im Alten Reich gleichermaßen und gleichzeitig präsent, so dass während des Krieges für jede Universität eigene Konjunktur- und Depressionsphasen zu beobachten sind, die sich beispielsweise an der Entwicklung der Immatrikulationsfrequenzen ablesen lassen. Sowohl Studenten als auch Lehrende entwickelten verschiedene Strategien, um den Lehrbetrieb auch in Kriegszeiten aufrechtzuerhalten. Bisweilen kam es zu umfassenden Migrationsbewegungen an kriegsverschonte Ausweichuniversitäten, die nicht selten am Rande oder außerhalb des Alten Reiches lagen. Als besonders hilfreich erweist sich auch das aktuelle Frageinstrumentarium der modernen, sozial- und kulturhistorisch ausgerichteten Militärgeschichtsforschung, wenn etwa der Umgang der (einquartierten) Besatzungstruppen mit Professoren und Studenten oder die Bereitschaft der Universitätsangehörigen, sich aktiv an der Verteidigung ihres Hochschulortes zu beteiligen, in den Blick genommen werden. Nicht zuletzt sollen auf dem Workshop auch andere kulturhistorische Fragestellungen explizit thematisiert werden, z. B. die stets behauptete, aber bislang nicht kritisch überprüfte These von der allgemeinen Verrohung der Sitten und der erhöhten Gewaltbereitschaft von Studenten im Dreißigjährigen Krieg.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer!

Donnerstag, 6. Mai 2010

13.00 Uhr, Martin Mulsow , Thomas Kossert
Begrüßung und Einführung          

13.15 Uhr, Susanne Häcker
Universität und Krieg. Die Universitäten Heidelberg, Tübingen und Freiburg im Dreißigjährigen Krieg

14.00 Uhr, Kaffeepause

14.30 Uhr, Tobias Schönauer
Landesfestung und Universität. Ingolstädter Studenten während des Dreißigjährigen Krieges
                                         
15.15 Uhr, Marian Füssel
Akademischer Sittenverfall? Studentenkultur während und nach dem Dreißigjährigen Krieg

16.00 Uhr, Kaffeepause

16.30 Uhr, Werner Wilhelm Schnabel
Der Feldherr und die Universität. Vom akademischen Leben im Dreißigjährigen Krieg in seiner literarischen Verarbeitung am Beispiel Altdorfs

17.15 Uhr, Führung durch die Forschungsbubliothek

19.00 Uhr, Gemeinsames Abendessen

Freitag, 7. Mai 2010

9.00 Uhr, Wenke Richter
Die mitteldeutschen Universitäten in der Krisenzeit des Dreißigjährigen Krieges. Eine Matrikelanalyse zu den Hochschulen in Leipzig, Wittenberg, Jena und Erfurt

9.45 Uhr, Alan Ross
Stadt, Schule und Besatzung. Lernverhalten und sozialer Hintergrund Zwickauer Schüler, 1617-1677

10.30 Uhr, Kaffeepause

11.00 Uhr, Alexander Zirr
Die Universität Leipzig während der schwedischen Besetzung der Stadt 1642-1650

11.45 Uhr, Thomas Kossert
Die Reform der Universität Erfurt im Dreißigjährigen Krieg

12.30 Uhr, Matthias Asche
Schlusskommentar und -diskussion

13.00 Uhr, Ausklang und Abreise

Weitere Informationen und Anmeldung:
Thomas Kossert
Interdisziplinäres Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Universität Osnabrück
Neuer Graben 19/21
49069 Osnabrück
Tel. 0541 / 969 4905
E-Mail: thomas.kossert@uni-osnabrueck.de

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